Die weitreichenden Auswirkungen der chinesischen Dominanz in der roboterisierten Industrieproduktion zeigt sich derzeit am eindrücklichsten in der Automobilindustrie. Doch auch Hersteller von Baumaschinen, Traktoren, Kraftwerken oder eben Robotern kommen zunehmend unter Druck durch chinesische Konkurrenz. Dies sind keine guten Aussichten für europäische und japanische Industriefirmen, welche traditionell in diesem mittleren Fertigungssegment stark waren. Bald dürfte das Reich der Mitte auch in High-Tech-Bereichen wie Computerchips und der damit verbundenen Künstlichen Intelligenz eine Vormachtstellung erringen. «China wird das KI-Wettrennen gewinnen», meinte kürzlich kein geringerer als Nvidia-CEO Jenson Huang.
Der naheliegende Schluss, einfach chinesische Industrieaktien zu kaufen, funktioniert aber auch nicht so einfach. Durch die hohen Investitionsquoten und die starke Konkurrenz verdienen die wenigsten chinesischen Firmen wirklich Geld für ihre Aktionäre.
So gibt es derzeit mehr als 100 chinesische Hersteller von Elektroautos. Die meisten haben Null Chance, je freie Cashflows oder akzeptable Kapitalrenditen zu erwirtschaften. Der chinesische Aktienmarkt hat langfristig eine miserable Rendite gebracht, trotz des starken Wachstums des Landes. “Wenn China den Raum betritt, gehen die Profite raus», bringt es Louis-Vincent Gave von GaveKal-Research auf den Punkt.
Der Trick besteht also eher darin, Branchen mit starker chinesischer Konkurrenz zu vermeiden und sich auf Hersteller von Produkten zu fokussieren, in welchen das Reich der Mitte keine grosse Rolle spielt oder welche die Chinesen selbst benötigen.
Aktien von Konsum- und Luxusgüterfirmen, Pharmazeutika oder Rohstoffproduzenten haben in unseren Augen wesentlich bessere Chancen, im Wettkampf mit China zu überleben als traditionelle Industriefirmen.