Es sieht zwar nicht danach aus, als würde der allmächtige US-Dollar so bald als Handels- und Reservewährung Nummer Eins abgelöst. Entsprechende Bestrebungen Chinas und Russlands und einiger südlicher Länder gibt es jedoch durchaus.
Die grösste Gefahr unserer Tage ist aber, dass aus den Sanktionen und Handelskriegen ein heisser Krieg zwischen den Supermächten USA und China wird. In einem solchen Szenario dürfte Gold rasant an Wert gewinnen. Wenn alle Staaten ihre Kriegsindustrie mit frisch gedrucktem Geld anheizen, könnte der Handel zwischen den Staaten ähnlich wie im Zweiten Weltkrieg nur noch gegen Gold stattfinden. Kein schöner Ausblick, aber auch kein völlig unwahrscheinliches Szenario mehr.
Konklusionen für Investorinnen und Investoren
Das grösste unmittelbare Risiko für den individuellen Investor ist in jedem Fall die Inflation. Einen ersten grösseren Teuerungsschub haben wir bereits hinter uns. Ein weiterer Schub droht, wenn die Staaten und ihre Zentralbanken die nächste Wirtschaftskrise erneut mit einer gigantischen Geldschwemme bekämpfen werden. Natürlich wäre auch ein neuer Krieg zusätzlich inflationär, da dann noch mehr Geld gedruckt wird und die Lieferketten leiden.
Gold bietet gemäss der historischen Erfahrung einen gewissen Schutz gegen Extremrisiken wie Krieg, Bankenkrisen und Hochinflation. Gleichzeitig performt das gelbe Edelmetall auch während gewöhnlichen Rezessionsphasen meist gut, da dann die Geldpolitik gelockert wird. Gemäss Berechnungen des Fondshauses Incrementum hat der Goldpreis in den 15 Aktien-Bärenmärkten seit 1929 im Schnitt eine positive Rendite von 8.2% erzielt. Der S&P-500-Aktienindex dagegen verlor im Mittel 35.8%.